frauen-karriere-stolpersteineWarum gibt es eigentlich Karriere-Stolpersteine für Frauen, wo doch die Frauenquote durchgesetzt werden soll und immer mehr Führungspositionen mit Frauen besetzt werden sollen?

Da werden Frauen, die über die entsprechende Qualifikation verfügen, Erfahrung und Durchsetzungsvermögen haben, doch händeringend gesucht? Eine Studie von Soziologen der TU Berlin hat ein Paradoxon ergeben. Frauen bremsen sich selbst aus, denn selbst dann, wenn sie alles richtig machen, machen sie alles falsch. Dazu wurden 151 Manager und 130 Managerinnen aus mittleren Führungsebenen von 10 Unternehmen mit jeweils mehr als 500 Beschäftigten befragt. Die Studie hat ergeben, dass sich Frauen mit klassischen Karrierestrategien selbst ins Aus manövrieren

Frauen wissen, wie wichtig die Selbstdarstellung in ihrem Team ist, und werden damit zu Repräsentantinnen ihres Geschlechts. Sie zeigen immer wieder, wie sehr es auf Softskills ankommt. Gerade diese Fähigkeiten galten bereits früher als typisch für Frauen. Von Vorgesetzten werden die Frauen daher nur als Frau, nicht jedoch als fähige Führungskräfte wahrgenommen.

Wie die Umfrage ergab, kehren Männer diese Softskills nicht heraus. Sie wenden eine klügere Strategie an, denn sie profilieren sich, indem sie mit den Kollegen im Team konkurrieren. In Projektteams versuchen Frauen häufig, Probleme durch Kooperation mit ihren Teamkollegen zu lösen. Im Sinne eines Unternehmens ist diese Vorgehensweise durchaus effizient und klug. Frauen fallen allerdings damit nicht auf, sie haben so nur geringe Aufstiegschancen.

Wie die Studie ergeben hat, führt Erfolg bei Projekten zumeist nicht höher als in die mittlere Managementebene. Linienverantwortung führt hingegen an die Spitze. Dieser Weg wird deutlich häufiger von Männern eingeschlagen. Frauen streben die Karriere oft gar nicht an, sie setzen eher auf eine Projektkarriere.

Während es sich viele Frauen durchaus vorstellen können, in einer Führungsposition zu arbeiten, so sind andere Frauen oft mit einer niedrigeren Position zufrieden. Der Grund dafür liegt häufig in Problemen, Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Die Arbeitszeit ist nicht flexibel genug, es gibt nicht genug Möglichkeiten für die Kinderbetreuung.

Quelle: www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/2011/juli_2011/medieninformation_nr_2192011/