Dan Roy, 52 Jahre, Des Plaines, Illinois, USA, ist von Geburt an blind. Schon seit der Kindheit leidet er unter Phasen mit Schlafstörungen, in denen er sich am Tage sehr müde fühlt. Dazwischen schläft er gut und fühlt sich ausgeruht. Wie er berichtet, fühlt er sich zu unterschiedlichen Tageszeiten müde und können doch nachts nicht einschlafen. Bei verschiedenen Ärzten suchte er vergeblich Hilfe. Sie führten die Probleme auf falsche Schlafgewohnheiten zurück. Dan Roy ist Übersetzer für Braille für „Horizon fort he Blind“. Er berichtet, dass er sich in den Phasen, da er sich ausgeruht fühlt besonders intensiv arbeitet, damit er die Zeiten geringer Leistungsfähigkeit kompensieren kann. Er versucht ständig, gegen seine Müdigkeit anzukämpfen.

Auch die Rechtsanwältin und Geschäftsführerin von American Council of the Blind in Arlingten, Virginia, Brunson, 57, ist von Geburt an blind. Erst vor etwa 15 bis 20 Jahren stellte sie fest, dass die Schwankungen bei ihrem Schlaf-Wach-Rhythmus einem Muster folgen, das sich vorhersagen ließ. Sie sagt: „Es kann sein, dass ich mich einige Monate lang gut fühle, und dann habe ich Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen. Manchmal werde ich am Tage von Müdigkeit überwältigt.“ Auch andere Mitglieder der Blindengemeinde würden häufig E-Mails in der Nacht schicken und über ihre Schlaflosigkeit Witze machen, teilte Brunson mit. Das könne zur Folge haben, dass sie bei der Arbeit einschlafen könnten.

Inzwischen sind Brunson und Roy den Weg zum Bostons Brigham an Womens Hospital und zu einem Neurowissenschaftler namens Steven Lockley von der Havard Medical School gegangen. Schon seit 15 Jahren untersucht der Wissenschaftler Lockley die Störungen beim Schlaf-Wach-Rhythmus bei blinden Menschen. Anfänglich führte er Untersuchungen in England, dann in den USA durch.

Inzwischen sind sich Fachleute einige, dass Störungen wie bei Brunson und Roy bei Blinden viel stärker häufen als bei sehenden Menschen. Es wird hier von einer Schlaf-Wach Störung mit Abweichung vom 24 Stunden-Rhythmus gesprochen, der N24HSWD, non-24-hour sleep-wake disorder. Nach Schätzungen sind von dieser Störung N24HSWD in den USA etwas 50.000 bis 100.000 Blinde und in Europa etwa 140.000 Blinde betroffen. Lockley möchte in die Multicenter-Studie weitere Teilnehmer aufnehmen. Suchtipp: http://24sleepwake.com/ oder http://clinicaltrials.gov/ („N24HSWD“)
Quelle der Information: http://www.hna.de/gesundheit/lokal/verbesserung-qualitaet-schlaf-wachphasen-blinden-mz-1539710.html