Betriebsrenten sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei den Ausgaben für die gesetzliche Rentenversicherung entlasten. Der Arbeitgeber verpflichtet sich dem Arbeitnehmer in Falle eines Ausscheidens bedingt durch Invalidität, Alter oder Tod Versorgungsleistungen zu garantieren. Dafür werden Rückstellungen gebildet, die nach dem Betriebsrentengesetz von 1972 in jedem Falle dem Arbeitnehmer zustehen. Die betriebliche Altersversorgung unterliegt dem Grundsatz der Unverfallbarkeit. Auch bei Insolvenz des Unternehmens oder vorzeitigem Ausscheiden des Arbeitnehmers bleibt der Anspruch bestehen. Zur Durchführung des betrieblichen Altersversorgung stehen fünf Wege offen:

  • Direktzusage
  • Unterstützungskasse
  • Pensionskasse
  • Direktversicherung
  • Pensionsfonds

 

Die unmittelbare Versorgungszusage

Eine Direktzusage von Versorgungsleistungen bietet zunächst den Vorteil, dass dafür zurückgestellte Mittel im Unternehmen verbleiben. Der Arbeitgeber verpflichtet sich gegenüber dem Arbeitnehmer zur Zahlung eines vereinbarten Betrages ab Eintritt des Versorgungsfalles. Die betrieblichen Pensionskassen werden aus steuerlichen Rückstellungen finanziert. Diese muss der Arbeitgeber bilanziell ausweisen, sie verbleiben zwar im Unternehmen, mindern aber den zu versteuernden Gewinn. Die Rückstellungen müssen allerdings auch noch während der Bezugszeit gebildet oder gehalten werden.

Die Rückstellungen werden auch in Erwartung der noch zu leistenden Zahlungen gebildet – während der Bezugszeit sinkt deren Barwert. Bilanziell gilt dies als Gewinn und ist zu versteuern!

Auch der Arbeitnehmer hat die Leistungen als nachträgliche Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach Abzug des Versorgungsfreibetrages und des Arbeitnehmerpauschbetrages zu versteuern und muss Beiträge zur Krankenversicherung der Rentner leisten!

Während der Tätigkeit im Unternehmen und auch bei einem vorzeitigen Ausscheiden muss der Arbeitnehmer die Leistungen zu seinen Gunsten nicht versteuern. Der Arbeitnehmer hat allerdings einen Anspruch auf Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Da dann Teile seines Bruttolohnes herangezogen werden, mindert sich seine Steuerlast und gegebenenfalls auch die Höhe zu leistender Sozialversicherungsbeiträge. Eine Riester-Förderung der Direktzusage ist aber auch in diesem Falle nicht möglich.

Die Unterstützungskasse als Versorgungseinrichtung

Unterstützungskassen sind eigenständige Rechts- und Steuersubjekte. Einem oder mehreren Unternehmen dienen Sie zur Erfüllung Ihrer Versorgungspflichten gegenüber den Arbeitnehmern. Die Unterstützungskasse wird durch Beiträge des Arbeitgebers, einer Rückdeckungsversicherung oder durch Entgeltumwandlung gefüllt. Eine Riester-Förderung ist auch hier nicht möglich.

Die Arbeitnehmer haben keine Ansprüche gegenüber der Unterstützungskasse, der Anspruch besteht nur gegen den Arbeitgeber. Die Unterstützungskasse kann als GmbH, Stiftung oder Verein bestehen und dient der Verwaltung und Anlage der einbezahlten Versorgungsbeiträge. Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Unterstützungskasse:

Der wichtigste Unterschied liegt in der Auslagerung der Versorgungsbeiträge auf Versicherungsunternehmen bei der rückgedeckten Unterstützungskasse. Diese Auslagerung kann vollständig (kongruent) oder teilweise (partiell) erfolgen. Die partielle Auslagerung kann jedoch oft einen Nachfinanzierungsaufwand beim Arbeitgeber erzeugen. Deshalb wird die kongruente Auslagerung vermehrt gewählt. Verstärkt wird dieser Trend noch durch die Möglichkeit der Entgeltumwandlung.

Sowohl die Beiträge des Arbeitgebers, als auch Beträge aus der Entgeltumwandlung sind nicht lohn- oder einkommenssteuerpflichtig.

Die ausbezahlten Renten unterliegen jedoch als Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit der vollen Besteuerung.

Bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Unternehmen, kann der Arbeitnehmer die Unterstützungskasse nicht durch eigene Leistungen weiter füllen, seine Ansprüche gegen den Arbeitgeber bleiben aber bestehen.

Die Insolvenz eines Arbeitgebers wird im Fall der betrieblichen Altersversorgung durch den Pensions-Sicherungs-Verein a.G. abgesichert.

 

Die Pensionskasse als spezielle Form der Lebensversicherung

Pensionskassen sind, ähnlich wie Unterstützungskassen, Versorgungseinrichtungen die zum Zweck der betrieblichen Altersversorgung gebildet werden. Sie werden als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit oder als Aktiengesellschaft betrieben. Der Arbeitgeber zahlt für den Arbeitnehmer die Beiträge ein. Damit wird ein Zusatz zum Arbeitslohn geschaffen der ab einer Höhe von 4% der Beitragsbemessungsgrenze sozialversicherungspflichtig ist. Auch eine Finanzierung durch Gehaltsumwandlung ist möglich. Auch eine Riester-Förderung der Beiträge ist möglich, wenn die Beitragszahlungen aus dem individuell versteuerten Einkommen erfolgen.

Die Beiträge zur Pensionskasse können vom Arbeitnehmer auch nach vorzeitigem Ausscheiden aus dem Betrieb weiter geleistet werden.

Insolvenzsicherung: Die Pensionskassen sind vom Arbeitgeber unabhängig und können auch nach einer Insolvenz weiter Versorgungsleistungen auszahlen.

Die abgedeckten Risiken – Alter, Invalidität, Tod – werden unterschiedlich stark gewichtet.

Wie bei den anderen Wegen können sich für den Arbeitgeber bilanzielle Vorteile aber auch Nachteile durch die Anlage einer Pensionskasse ergeben. Informationen zur Bilanzwirksamkeit und zu individuellen Gestaltung der betrieblichen Altersversorgung gibt es bei Anovia.

Direktversicherungen als Lebens- oder Rentenversicherungen

Eine betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abschließt ist nach deutschem Recht ein Lebensversicherungsvertrag. Die Beiträge können auch hier vom Arbeitgeber oder, im Rahmen der Entgeltumwandlung, vom Arbeitnehmer entrichtet werden. Auch eine Aufteilung zwischen beiden Seiten ist möglich.

Die Verwaltung und Auszahlung der Beträge übernimmt die Versicherungsgesellschaft.

Zwischen einer Riester-Förderung und einer Steuer- und Sozialabgaben-Befreiung kann gewählt werden, wenn die Beiträge vollständig aus einer Entgeltumwandlung geleistet werden.

Beiträge die nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen geleistet wurden unterliegen in der Auszahlungsphase (Rente) nicht der Lohn- oder Einkommenssteuer.

Die betriebliche Altersversorgung über Direktversicherungen eignet sich vor allem für kleine Betriebe. Der Verwaltungsaufwand liegt vollständig beim Versicherer, der Arbeitgeber wird dadurch entlastet.

Vorsicht! Bei einer Insolvenz des Arbeitgebers ist der Insolvenzverwalter nicht unbedingt zu einer Herausgabe des Versicherungsscheins an den Arbeitnehmer verpflichtet! (Quelle)

 

Pensionsfonds für Risikofreudige

Pensionsfonds sind rechtlich selbständige, versicherungsähnliche Versorgungseinrichtungen. Der Arbeitgeber vereinbart mit dem Pensionsfonds einen Pensionsfondsvertrag mit einem Pensionsplan. Die Leistungen und Ansprüche werden in diesem Vertrag vereinbart, der Arbeitnehmer erhält dadurch die Pensionszusage des Arbeitgeber. Die Fonds gewähren den Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf Versorgungsleistungen. In Deutschland gibt es laut Bafin 30 Pensionsfonds.

Der Pensionsfonds wird durch die Beiträge des oder der beteiligten Unternehmen finanziert.

Auch eine Finanzierung durch den Arbeitnehmer ist durch Entgeltumwandlung möglich.

Der Pensionssicherungsverein bietet eine doppelte Absicherung gegen Insolvenz von Arbeitgeber und Pensionsfonds – die Beiträge zum PSVaG sind durch den Arbeitgeber zu erbringen.

Beiträge zum Pensionsfonds sind eine förderfähige Sparform für die Riester-Rente

Pensionsfonds sind in der Anlage der einbezahlten Beiträge weniger reguliert als Direktversicherer und Pensionskassen. Damit ergeben sich freilich nicht nur höhere Renditechancen sondern auch größere Verlustmöglichkeiten.