Der Fachbereich Wirtschaftspsychologie ist für viele angehende Studenten höchst interessant. Während des Studiums wird in erster Linie der Frage nachgegangen, welches Verhalten Menschen innerhalb eines ökonomischen Umfelds zeigen. Unter anderem wird hinterfragt, wie Unternehmen die richtigen Arbeitnehmer finden oder welche Kriterien bei Konsumenten hinsichtlich einer Kaufentscheidung elementar sind. Anhand dieser Erkenntnisse werden beispielsweise Konzepte für die Produktentwicklung erarbeitet. In diesem Beitrag wird der Studieninhalt erläutert.book-fair-678256_1280

Studiengänge

Ist die Entscheidung für ein Studium in Wirtschaftspsychologie gefallen, gilt es einen geeigneten Studiengang zu finden. Die Auswahl erstreckt sich hierbei von Vollzeit Studiengängen bis hin zu Teilzeit-Modellen. Abhängig vom Studiengang fällt die Studiendauer unterschiedlich aus. Während ein Vollzeit Bachelor Studiengang zum Beispiel sechs bis sieben Semester andauert, können es bei Teilzeit-Studiengängen zwischen sieben und zwölf Semester sein. Beim Master-Studiengang muss mit einer Regelstudienzeit zwischen drei und vier Semester gerechnet werden. Das Studium wird an einer Universität oder Fachhochschule absolviert und endet im Idealfall mit dem Abschluss Bachelor oder Master of Arts beziehungsweise Science. Bei örtlicher Gebundenheit ist ein Fernstudium eine Alternative. Unter anderem werden auch internationale Managementstudiengänge in der Fachrichtung Wirtschaftspsychologie angeboten, die individuelle Vorteile bieten. Studenten, die Wirtschaftspsychologie an der IBS studieren möchten, einer privaten deutschen Wirtschaftsschule, profitieren beispielsweise vom integrierten Auslandssemester sowie Praktika im Inland und der damit einhergehenden Praxisorientierung.

Studieninhalt

Innerhalb eines interdisziplinären Wirtschaftspsychologie Studiums werden wirtschaftswissenschaftliche und psychologische Inhalte miteinander verbunden. Je nach Hochschule sind jedoch individuelle Schwerpunkte denkbar. In den ersten Semestern eines Bachelor Studiengangs stehen unter anderem Themen wie Entwicklungspsychologie, Betriebswirtschaftslehre, Biopsychologie, Volkswirtschaftslehre, Sozialpsychologie, allgemeine Psychologie, intrapersonelle und zwischenmenschliche Prozesse sowie Persönlichkeits- und Differenzielle Psychologie auf dem Programmplan. Die ersten Semester sind dem Psychologiestudium sehr ähnlich, Unterschiede sind lediglich durch Wahlfächer und Seminare festzustellen. Der Fokus des Wirtschaftspsychologie Studiums liegt ganz klar auf der Psychologie. Veranstaltungen zu BWL, Controlling, VWL, Arbeitsrecht und ähnliches werden in der Regel über Nachbarfachbereiche ausgewählt.

Darauf folgen im späteren Studienverlauf Fächer wie psychologische Personalarbeit, Markt- und Werbepsychologie, Organisations- und Arbeitspsychologie, Evaluation, Diagnostik und Marktforschung. In den letzten Semestern wird eine Verlagerung der Schwerpunkte in Richtung wirtschaftsnahe Psychologiesektoren erkennbar. Das Master-Studium erlaubt es Studenten sich zu spezialisieren und einen eigenen Schwerpunkt in der Wirtschaftspsychologie zu wählen. Die Schwerpunkte können beispielsweise sein:

  • angewandte Sozialpsychologie
  • Führungskräftepsychologie
  • Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Markt- und Wettbewerbspsychologie

Wer im späteren Berufsleben Führungspositionen einnehmen möchte, benötigt häufig das Masterstudium, da es von vielen Arbeitgebern vorausgesetzt wird.

Persönliche Voraussetzungen

student-849824_1280Ein Wirtschaftspsychologie Studium erfordert nicht nur biologisches Grundwissen und eine analytische Denkweise, sondern gleichzeitig die Fähigkeit wissenschaftliche und komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Studenten sollten ein Interesse an wirtschaftspolitischen Themen haben und sich dahingehend kontinuierlich auf dem Laufenden halten.

Zudem sollten Studenten die englische Sprache gut beherrschen, da dies zum Lesen und Verstehen der Fachtexte unverzichtbar ist. Dies ist auch nach dem Studium wichtig, weil Fachliteratur meist nur in englischer Sprache verfügbar ist. Wer später in internationalen Betrieben arbeiten möchte, kommt um gute Englischkenntnisse nicht herum.

Auch eine gewisse mathematische Begabung wäre förderlich, um die obligatorischen Statistikkurse zu meistern. Zwar ist die psychologische Methodenlehre nicht allein auf Mathe konzentriert, aber eine Mathematik-Phobie wäre dennoch nachteilig. Schließlich spielt auch das Rechnungswesen eine Rolle.

Weitere wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirtschaftspsychologie Studium:

  • Interesse an Politik und Wirtschaft
  • Wirtschaftliche Denkweise
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
  • Sozialkompetenz
  • Abstraktes Denken

Prüfungen

Jedes Modul wird mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung abgeschlossen. Für die Benotung greifen Dozenten außerdem zu Referaten, Projektarbeiten oder Hausarbeiten. Zum Ende muss eine Bachelor- oder Masterarbeit abgelegt werden. Diese wissenschaftliche Arbeit bildet gemeinsam mit den Noten der Modulprüfungen die Abschlussnote. Über die Abschlussnote wird dann einer der folgenden akademischen Titel erworben:

  • Bachelor of Science
  • Bachelor of Arts
  • Master of Arts
  • Master of Science

Was kommt nach dem Studium?

Wirtschaftspsychologen steht ein breites Spektrum an beruflichen Perspektiven offen. Egal ob Marktforschung, Personalauswahl, Unternehmensberatung, Personalentwicklung, Marketingberatung, Coaching, Lehrtätigkeit an Hochschulen oder Markenkommunikation: Die Möglichkeiten einer beruflichen Verwirklichung sind enorm.

Um einen Eindruck zur beruflichen Vielfalt zu vermitteln, wurde das nachfolgende Video zu einer WDR-Sendung eingebunden. Es thematisiert das Aufgabenspektrum im Sektor Werbepsychologie in der angewandten Psychologie:

Informationen zu den Kosten des Studiums sowie Förderungsangebote wurden von der Bundesagentur für Arbeit im Portal Berufenet in einem PDF übersichtlich zusammengefasst. Weitere Anregungen und Hinweise zum Thema Karriere haben wir in der gleichnamigen Kategorie zusammengetragen.

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